Apr
25

Folgende Resolution hat das Studierendenparlaent der FU einstimmig verabschiedet:

Das 31. Studierendenparlament der FU Berlin fordert eine grundlegende Überarbeitung der seitens des Präsidiums für die FU geplanten Rahmenprüfungsordnung und weist den aktuellen Entwurf als extrem restriktiv und völlig inakzeptabel zurück.

Wir wenden uns insbesondere entschieden gegen die in dem Entwurf enthaltene Verschärfung von Zwangsexmatrikulationsmechanismen, die Regelungen zur potentiellen Ausweitung der Anwesenheitspflicht sowie gegen die massive Einschränkung der Prüfungswiederholbarkeit. Es existieren keinerlei Statistiken oder andere nachvollziehbare Gründe, welche die Notwendigkeit sowie die Verhältnismäßigkeit derart restriktiver Mechanismen belegen könnten. Auch die geplante Übergangsregelung für bisher immatrikulierte Studierende ist angesichts der Existenz einer erheblichen Anzahl Studierender, welche mit Inkrafttreten der Ordnung in mindestens einem Fall zwingend einen Drittversuch bestehen müssten, untragbar und muss dringend überarbeitet werden. Die Modulanmeldung darf darüber hinaus in keinem Fall mit der Prüfungsanmeldung verknüpft werden, um nicht noch zusätzlichen Druck zu generieren.

Eine Einbeziehung oder Information Studierender hinsichtlich des Erarbeitungsprozesses für die Rahmenprüfungsordnung war zu keinem Zeitpunkt gegeben und ist seitens des Präsidiums nach wie vor nicht geplant. Aus diesem Grund sind der gesamte Prozess sowie sein vorläufiges Ergebnis als undemokratisch zurückzuweisen. Die geplante Rahmenprüfungsordnung stellt insgesamt einen breiten Angriff auf die Vielfalt und die Freiheit der Lehre dar und ist inhaltlich in weiten Teilen darauf ausgerichtet, Studierende erheblich unter Druck zu setzen. Dabei wirkt sich der steigende Leistungsdruck insbesondere auf sozial benachteiligte Studierende aus, die durch ihre persönliche Situation auf eine freie und flexible Studienstruktur und Zeiteinteilung angewiesen sind. Die Exzellenzinitiative sowie die Novellierung des BerlHG führen somit gleichermaßen zu einer unsozialen, rückwärtsgewandten und anti-emanzipatorischen Dynamik in der Hochschulbildung, welche es seitens aller beteiligten Akteure aufzuhalten gilt.

Hintergrund ist ein Entwurf für eine neue Rahmenprüfungsordnung. Diese Ordnung ist so etwas wie eine Prüfungsordnung, die für alle Fachbereiche gilt. Der Entwurf wurde bisher noch nicht offiziell veröfentlicht. Einen älteren Entwurf findet ihr hier: https://docs.google.com/file/d/0B1KDz2sqTydhNjNEcEYtVk9iMFU/edit?pli=1

Weiter Infos gibts auch hier: http://fsi.spline.de/blog/2012/04/11/pruefungswiederholbarkeit/

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2 Kommentare

  • Comment by Dehen
    Mai 1st, 2012 at 17:54

    Eins vorweg, ich kenn mich nicht mit den Reglungen an der Uni aus, aber ich weiß noch dass es bei der letzten Änderung der Prüfungsordnung so war, dass man beantragen konnte, dass man weiterhin nach der alten Reglung studieren möchte. Warum ist dies jetzt nicht so?

    Wie stehen die Chancen dass das Studierendenparlament angehört wird und es eine eventuelle Änderung gibt? Die Übergangsreglung ist nämlich völlig inakzeptabel.

    lg

  • Comment by tobib
    Mai 9th, 2012 at 18:03
    bei der letzten Änderung der Prüfungsordnung so war, dass man beantragen konnte, dass man weiterhin nach der alten Reglung studieren möchte.

    Das war, wie du schon sagst, bei der Aenderung der Pruefungsordnung (am Fachbereich). Diese Regelung soll in der Rahmenpruefungsordnung stehen, die uniweit gilt. Darum kann das nicht so direkt verglichen werden.

    Ob die Regelung allerdings so rechtens ist, ist auch unter Professor_innen sehr umstritten.

    Die Einflussmoeglichkeiten der Studierenden wuerde ich persoehnlich als ziemlich gering einschaetzen. Aber umso mehr sollten wir uns bemuehen, dass unsere Meinung gehoert wird.

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